Allgem. Gedanken zum Fußballsport

Bericht:  Uwe Heyen vom 24.01.19

Allgemeine Gedanken zum Fußballsport in Ostfriesland

Laut der aktuellen Statistik des "Ostfriesischen Fußballverbandes" ist die Zahl der Fußball-Mannschaften im Großkreis Ostfriesland (ehemals die Verbände Aurich, Wittmund, Leer und Emden) erstmals unter die magische 1000er-Grenze gerutscht. Insgesamt 951 Teams waren im Jahr 2018 in den verschiedenen Altersklassen am Ball. Vor 15 Jahren lag die Zahl noch bei 1.295 Mannschaften, also ein Rückgang um mehr als 25 Prozent. Ein Viertel der Fußball-Mannschaften sind in 15 Jahren verloren gegangen.

"Der Trend ist eindeutig", bestätigt Winfried Neumann, der Vorsitzende der ostfriesischen Fußballer. "Und das hat nicht nur mit dem demografischen Wandel zu tun."

Laut Winfried Neumann sind wir im Fußballsport im Vergleich zu anderen Sportarten noch in einer komfortablen Situation; alle Verantwortlichen müssen sich aber ernsthaft Gedanken machen, wie wir den Trend stoppen können.

Die größten Sorgen bereiten die älteren Jugendmannschaften. Derzeit existieren gerade noch einmal 30 A-Junioren-Teams in Ostfriesland, wobei wir geografisch von einem Bereich zwischen Carolinensiel und Völlenerkönigsfehn sprechen. Glaubt man der Statistik des Fußballverbandes, wechseln im Schnitt 4 Spieler je A-Jugend-Team in den Herrenbereich. Das wären also ostfrieslandweit 120 Spieler zum Ende der Saison. Bei 280 Herren-Mannschaften bekommt also jeder Verein im Durchschnitt noch einen halben Spieler. Wohin diese Entwicklung führen muss, kann sich jeder ausmalen.

Als Hauptgründe werden das veränderte Freizeitverhalten, das Handy, die Zunahme von Ganztagsschulen und ein Mangel an Trainern und Betreuern genannt. Nur den letzten Punkt können wir als Verein und der Verband Ostfriesland beeinflussen. "Wir müssen uns verstärkt um Trainer und Betreuer kümmern", sagt Winfried Neumann.

"Da reicht es nicht allein, bei jeder Gelegenheit den Wert des Ehrenamtes zu loben." Laut Neumann könnten höhere Aufwandsentschädigungen und mehr qualifizierte Fortbildungen für angehende Trainer ein Lösungsweg sein. In dem Zusammenhang muss man aber auch wissen, dass die finanzielle Ausstattung der Vereine eine bessere und angemessene Bezahlung für Trainer und Betreuer kaum zulassen.

Der SV Großefehn hat diese Entwicklung schon vor Jahren erkannt und versucht, darauf zielgerichtet und zukunftsweisend zu reagieren. Die Gründung der JSG Großefehn, eine Zahlung für unsere Jugendtrainer (die nicht ausreichend ist, aber die Grenze des finanziell Machbaren darstellt), eine vernünftige Ausstattung aller Jugendspieler, die Anschaffung eines Vereins-Bullis, viel ehrenamtliche Arbeit der Trainer, Betreuer und Vorstandskollegen, gezielte Ausbildung der Trainer, Patenschaften der 1. Herren-Spieler, finanzielle Unterstützung durch unseren Förderverein (VFF) und der Versuch, die Qualität der Fußballplätze zu erhalten und zu erweitern.

Alle Vereinsverantwortlichen geben sich große Mühe und investieren viel Zeit und Leidenschaft, die Jugendarbeit im SVG zu entwickeln und positiv zu beeinflussen, damit wir auch weiterhin in der Lage sind, möglichst viele unser Eigengewächse durch die Jugendmannschaften in den Herrenbereich zu führen.

Die Entwicklung der Fußball-Mannschaften in Ostfriesland von 2003 bis 2018:

Männer    2003: 448   2013: 352   2018: 281

Jugend    2003: 742   2013: 671   2018: 549

Frauen/Mädchen   2003: 105   2013: 169   2018: 121

 

Uwe Heyen

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